Tausend Archen
„Siegmund argumentiert trotz des theoretisch anspruchsvollen Unterbaus so, dass man es auch verstehen kann, ohne den politiktheoretischen Kanon gelesen zu haben. Ich habe Tausend Archen deshalb wirklich gerne gelesen und lege es eigentlich allen ans Herz – Menschen, die bereits in der Solidarität mit geflüchteten Menschen aktiv sind ebenso wie jenen, die Wirtschaftsflucht doch irgendwie verwerflich finden. Wer grundsätzlich findet, dass Menschen kein Recht auf ein besseres Leben haben, wird vermutlich eher nicht unbedingt zu dem Buch greifen, aber wenn, dann würde es sicher auch die Perspektive migrationskritischer Menschen erweitern.“
Laila Riedmiller
@not_without_my_books
Konfrontiert mit Fluchtbewegungen gerät Europa in Panik. Es schickt Militär an die Grenzen, organisiert EU-Austritte, schleift liberale Demokratien und macht sich von autoritären Staaten erpressbar. Seit 100 Jahren ist rassistische Flüchtlingspolitik das zentrale Einfallstor für rechtsextreme Gewalt und ebnet den Weg für Autoritarismus und Faschismus. Doch Fluchtbewegungen müssten nicht unweigerlich zu einem Rechtsruck führen. Sie sind auch politische Bewegungen, die für radikale Solidarität einstehen.
Denn jenseits von neoliberalem Weitertorkeln und faschistischem Hass gibt es eine dritte politische Option: das mutige Einstehen für eine radikal solidarische Welt. Wie können wir die Welt so verändern, dass es keine Grenzen mehr braucht?
Tausend Archen
Flucht als politische Handlung
Johannes Siegmund
Wagenbach Verlag 2024
176 Seiten, 20€
ISBN 978-3-8031-3749-4