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Rechtes Verlegen aufdecken: Ein kleiner Kompass

Seit einiger Zeit haben verschiedene Menschen, vor allem viele Buchhändler*innen, bei Verlage gegen Rechts nachgefragt, wo es verlässliche Listen extrem rechter Verlage und Publikationen gibt und ob wir nicht irgendwelche nützlichen Tools haben, die solche Zeitschriften, Magazine, Zeitungen und Buchverlage leichter erkennbar machen. Ein Wunsch, den wir sehr ernst nehmen, denn gerade für die intellektuellen Teile der extremen Rechten ist das Publizieren ein zentrales Element ihrer Einflussnahme auf unsere Gesellschaft. Dabei geht es – manchmal offen, aber oft subtil – um die Platzierung extrem rechter Ideologie mit dem Ziel, rechte Inhalte zu normalisieren und so die Deutungshoheit zu erobern.

Dieser Kompass soll so ein Tool sein. Er liefert aber keine (ohnehin immer zu schnell überholte) „schwarze Liste“ erwiesenermaßen extrem rechter Verlage, sondern will beim Sondieren, Hinterfragen und Orientieren helfen. Wie kann man rechten Strategien auf die Schliche kommen, auch wenn sie bewusst uneindeutig auftreten? Wo verlaufen die Grenzen zwischen extrem rechts und irgendwie rechts? An was für Diskursen und Symboliken können wir extrem rechte Narrative am ehesten erkennen?

Wer gewappnet sein will, muss sich ein Stück weit mit dieser Ideologie auseinandersetzen, um die Anzeichen deuten zu können. Wir geben euch diesen Kompass an die Hand, um das Erkennen und Einordnen extrem rechter Vorhaben, Veröffentlichungen und Verlage zu erleichtern. Dann könnt ihr selbstbestimmt Grenzen ziehen. Der Kompass ist nicht als pauschaler Boykottaufruf für bestimmte Verlage zu verstehen. Welche Konsequenzen ihr im Einzelnen aus dem hier Gelesenen zieht, bleibt euch überlassen.

Kapitel 1: Worüber reden wir, wenn wir über „rechtes Verlegen“ sprechen?

Ein paar nötige Vorbemerkungen und Begriffsklärungen

Warum reden wir von „rechtem Verlegen“ und nicht „rechten Verlagen“? Der Grund ist einfach: Zwar gibt es eindeutig extrem rechte Verlage, auf die wir nachfolgend noch zu sprechen kommen, daneben existieren jedoch viele Verlage, die nicht pauschal als (extrem) rechts eingestuft werden können. Manche grenzen sich aus wirtschaftlichen Interessen nicht klar gegen rechts ab, oder ihre Autor*innen erweisen sich in konkreten politischen Auseinandersetzungen als tendenziell rechts oder nach rechts offen.

Dabei lässt sich im Einzelfall nicht immer klären, wie es (extrem) rechte Inhalte in einen großen Publi­kumsverlag geschafft haben. Umso wichtiger ist es, dass wir alle die entsprechenden Narrative gut genug kennen, um solche Inhalte auch an uner­warteter Stelle zu identifizieren.

Wenn es um die extreme Rechte und ihre ideologischen Verbindungen zu einer vermeintlichen gesell­schaftlichen „Mitte“ geht, gibt es viel Begriffsverwirrung. Diese Verwirrung ist leider bereits Teil rechtsintellektueller Strategien, deshalb hier kurz ein paar Worte dazu.

Rechtsextremismus versus extreme Rechte?

In diesem Kompass wird der Begriff „extreme Rechte“ verwendet, wenn wir über rechtsextreme Positionen sprechen. Dahinter steht eine sozialwissenschaftliche Forschungsperspektive, die Rechtsextremismus als ein heterogenes, also uneinheitliches Feld versteht, dem sie bestimmte ideologische Inhalte zuordnet, bspw. Nationalismus, Ungleichheitsdenken, Biologismus und ideologische Legitimation von Gewalt. Diese sozialwissenschaftliche Perspektive grenzt sich bewusst vom Begriff des „Rechtsextremismus“ ab, wie er bspw. vom Verfassungsschutz verwendet wird. Dort nämlich findet die sogenannte „Hufeisentheorie“ Anwendung, d.h. rechte und linke Positionen werden in ihrer Nähe zur Verfassung beurteilt und radikal linke Eigentumskritik kann als genauso „schlimm“ gelten wie extrem rechte rassistische Gewalttaten. Eine solche auf nationalen Gesetzen basierende Einordnung mag für Justiz und Polizei im Umgang mit Rechtsextremismus hilfreich sein, ist aber für die wissenschaftliche Erforschung bspw. auch internationaler Phänomene zu holzschnittartig. Hier wollen wir nicht über einen Kamm scheren, ob eine radikal linke Position das Grundgesetz kritisiert, weil auch hier nicht alle Menschen gleiche Rechte haben, oder ob eine extrem rechte Position Gewalt gegen angeblich „fremde“ Menschen legitimiert und propagiert.

Rechtspopulismus

Häufig wird, wenn von radikal rechten Parteien die Rede ist, auch von Rechtspopulismus gesprochen. Auch dabei gilt: Je nachdem, welche Forscher*innen man fragt, wird man unterschiedliche Definitio­nen erhalten. Der Begriff des Populismus beschreibt eine bestimmte Strategie und Kommuni­kationsweise der so benannten Akteur*innen. Meist nutzen diese bestimmte Erzählungen von „das Volk“ versus „die Eliten“, verbunden mit simplen Schwarz-Weiß-Zuschreibungen. Rechtspopulismus und Rechtsextremismus schließen sich keineswegs aus, sind aber als Begriff nicht austauschbar. Es gibt extrem rechte AkteurInnen, die rein elitär argumentieren und ausdrücklich keine Massenbewegung anstreben. In dieser Broschüre nutzen wir den Begriff des Rechtspopulismus wegen seiner Schwammigkeit nicht.

Konservatismus

Es gehört bei vielen extrem rechten AkteurInnen, darunter auch der AfD, zum Kern der Strategie, sich als konservativ zu verharmlosen. Denn Konservatismus mag man altbacken finden, verbindet ihn aber selten mit Systemumsturz. Mehr dazu und zur sogenannten „Konservativen Revolution“ erfährst du im Folgenden. Aber wichtig ist uns: Konservatismus ist weder deck­ungsgleich mit extrem rechten Positionen, noch ist er völlig frei von Gemeinsamkeiten mit ihnen. Genau darin liegt eine große Gefahr.

Denn zentrale Ideen wie menschliche Ungleichheit und die Akzeptanz von Hierarchien, die Idee einer Leitkultur u. dgl. sind auch Kern konservativen Denkens. Sie werden in Deutschland von der Verfassung eingehegt, und Parteien wie die CDU oder CSU sind nicht rein konservativ, sondern auch liberal und christdemokratisch geprägt. Deshalb sollten wir uns, wenn sich jemand als konservativ beschreibt, immer fragen, was genau damit gemeint ist und wie sich die Person zu Individualrechten verhält. Das ist wichtig, weil individuelle Rechte wie Religionsfreiheit oder der Schutz vor Diskriminierung im Grundgesetz stehen. Bezeichnet sich jemand als konservativ und lehnt diese Rechte ab, dann ist diese Person nicht konservativ im bundesrepublikanischen Sinn, sondern lehnt Teile des Grundgesetzes ab – so wie die AfD (aus diesem Grund verstehen wir im Einklang mit großen Teilen der Rechtsextremismusforschung und zunehmend auch Sicherheitsbehörden die AfD als extrem rechte Partei).

Konservatismus kann also sowohl gemäßigt als auch radikal sein.

Du erkennst es vermutlich: Wenn wir nachfolgend über die extreme Rechte sprechen, dürften die meisten Inhalte auf die meisten AkteurInnen zutreffen. Aber wir möchten keine Homogenität suggerieren, und auch du solltest immer im Kopf haben, dass die extreme Rechte Platz hat für unterschiedliche Strömungen, Strategien und Positionen. Die sich durchaus teilweise widersprechen, was auch gewollt ist, weil sich mit verschiedenen Schwerpunkten mehr Menschen erreichen lassen. Und das ist ein ganz bewusster Teil der Strategie. Die extreme Rechte bezeichnet sich u.a. selbst als „Mosaikrechte“ und meint damit, dass auch widersprüchliche Positionen in ihrem Kreis Platz haben. Das bedeutet allerdings nicht, dass harmloser auftretende Positionen auch harmloser sind.

Um den langen Atem und die Wurzeln der deutschsprachigen extremen Rechten und vor allem die Relevanz „neurechter“ Literaturpolitik zu verstehen, müssen wir kurz auf die Geschichte des Rechtsextremismus in Deutschland blicken.

Die Entstehung des Rechtsintellektualismus nach 1945

Nach 1945 befand sich die deutschsprachige extreme Rechte im Zwiespalt. Offen rechtsextremes Gedankengut war nicht mehr unangefochten sagbar, das schlug sich auf ihre strategische Ausrichtung nieder. Nach dem Verbot der 1949 gegründeten Sozialistischen Reichspartei wurde in Deutschland vor allem die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD, heute Die Heimat) als extrem rechte Partei und Sammelbecken von alten und neuen Nazis bekannt. Doch nachdem die Partei 1969 den Einzug in den Bundestag verfehlt hatte, gab es intern Diskussionen um eine künftige politische Strategie.

In diesem Zug bildete sich eine „Neue Rechte“, der klar war, dass sich mit unverhohlenem Neonazismus in Deutschland keine Wahlen gewinnen lassen würden. Doch ganz so „neu“ war diese Gruppe ideologisch nicht.

Von Beginn an zielte die angeblich „Neue“ Rechte darauf ab, sich möglichst in Distanz zum Nationalsozialismus zu legitimieren. Dabei ist ein Name wichtig: Armin Mohler. Mohler war Schweizer, trat freiwillig der Waffen-SS bei und war nach 1945 Privatsekretär von Ernst Jünger. Mohlers 1949 entstandene Dissertation „Die Konservative Revolution in Deutschland 1918–1932“ ist für die deutschsprachige intellektuelle „Neue Rechte“ von entscheidender Bedeutung. Mohler konstruiert darin eine sehr weit rechts stehende ideologische Traditionslinie seit der Weimarer Republik als angeblich unabhängig vom Nationalsozialismus. Er versammelt Personen wie Arthur Moeller van den Bruck, Carl Schmitt oder Oswald Spengler, aber auch viele Unbekannte. Sie haben gemeinsam, dass sie sich schon in der Weimarer Republik klar gegen Liberalismus, Parlamentarismus und liberale Demokratie positionierten und zu irgendeinem Zeitpunkt in einer gewissen Distanz zum Nationalsozialismus standen. Diese Distanz lässt sich in den meisten Fällen eher durch ideologische Unstimmigkeiten erklären, etwa unterschiedliche Auffassungen über die Frage nach Elite versus Volk, zur Dimension und Intensität des Rassismus oder persönliche Animositäten zwischen prominenten Personen des NS und diesen Rechtsintellektuellen. Bei den von Mohler zur „Konservativen Revolution“ gerechneten Personen handelt es sich aber keineswegs um Widerständler. So gilt etwa einer der prominentesten Denker dieser angeblichen Konservativen Revolution, Carl Schmitt, auch als „Kronjurist des Dritten Reichs“.

Mit dieser neu geschaffenen Traditionslinie konnte sich nun extrem rechte Politik ideologisch auf Personen beziehen, die angeblich nichts mehr mit dem Nationalsozialismus zu tun hatten. Darauf bauten einige andere Rechtsintellektuelle auf, entwickelten Konzepte wie den „Ethnopluralismus“, um dem Vorwurf des Rassismus zu entgehen: Demzufolge hatte angeblich jede Kultur ihre Daseinsberechtigung, sofern sie nur dort blieb, wo sie „hingehörte“. Nur steckt in diesem „jede Kultur gehört an einen bestimmten Ort“ die altbekannte Blut-und-Boden-Ideologie. Es ging also eher um begriffspolitische Selbstverharmlosung als um tatsächlich inhaltliche Mäßigung.

Wie ein linkes Konzept zum zentralen Element rechtsintellektueller Strategie wurde

Ein wichtiger Teil ihrer Modernisierung war auch die transnationale Vernetzung der „Neuen Rechten“. Hier spielt insbesondere Frankreich eine tragende Rolle, Armin Mohler war eng befreundet mit dem französischen extrem rechten Ideologen Alain de Benoist. Es entwickelte sich ein reger ideologischer Austausch zwischen französischen und deutschsprachigen Rechtsintellektuellen. In diesem Zug drangen Konzepte wie „Metapolitik“ auch in die deutsche intellektuelle Rechte vor. Diese Konzepte sind entscheidend, um (extrem) rechtes Verlegen zu verstehen. Denn mit Begriffen wie dem der „Metapolitik“, den Alain de Benoist eigentlich vom italienischen Kommunisten Antonio Gramsci übernommen und politisch umgedeutet hatte, verschob sich die extrem rechte Strategie mehr und mehr auf eine langfristige Ausrichtung, wobei die Ideen, die nun als „Metapolitik“ geläufig wurden, auch schon vorher in der extremen Rechten existierten.

Man darf den Einfluss von Gramsci auf die extreme Rechte nicht überbewerten. Aber ein Blick in sein Konzept hilft ihre Strategie verstehen.

Gramsci hatte sich gefragt, warum die Arbeiterschaft in Italien nicht für eine kommunistische Revolution zu begeistern war. Eine seiner Antworten: Revolution funktioniert erst, wenn die Menschen gedanklich darauf vorbereitet sind. Es braucht also eine Hegemonie linker revolutionärer Ideen. Dafür müssten linke Intellektuelle in der Öffentlichkeit kommunistische Ideen verbreiten. Alain de Benoist griff diese Erkenntnis auf und schnitt sie auf einen rechten Umsturz zu: Bevor eine extreme Rechte ein autoritäres Regime errichten kann, muss die Gesellschaft geistig so geprägt werden, dass sie dabei mitmacht. Das bedeutet, dass im „vorpolitischen Raum“, also nicht in Parlamenten, sondern im privaten Umfeld, in der Kultur, im Kindergarten, der Schule, überall wo Menschen nicht explizit politisch tätig sind, extrem rechte Ideologie verbreitet und normalisiert werden soll. Ziel ist es, dass immer mehr Menschen sich daran gewöhnen, extrem rechte Ideologie als etwas Sagbares und Legitimes zu betrachten. Diese Strategie wird als Metapolitik bezeichnet. Häufig ist in dem Kontext auch vom Overton-Window die Rede. Das Konzept ist nach seinem Erfinder benannt und meint, dass es immer einen bestimmten Diskursraum gibt, in dem auch radikale Inhalte noch akzeptabel sind. Das macht sich die „Neue Rechte“ zu eigen: Es wurde und wird strategisch sehr darauf geachtet, nicht „zu“ extrem zu agieren, sondern bestehende Begriffe umzudeuten und die eigene Agenda zu verharmlosen, um immer zurückrudern zu können. Personen wie Götz Kubitschek, Gründer des extrem rechten Think Tanks „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda, nennen diese Strategie als „Mimikry“. Ein Beispiel: Man bezeichnet sich als konservativ und setzt darauf, dass die meisten Menschen dabei eher an die CDU denken als an radikale Umstürzler. Man testet immer wieder Grenzen des Sagbaren aus und verschiebt Diskurse, so wie die intellektuelle Rechte harmloser wirkt, wenn sie nicht offen von Deportation spricht, sondern bspw. von „Remigration“.

Alles andere als harmlos: Warum die intellektuelle Rechte und die extreme Rechte oft zusammenhängen

Allerdings wäre es fatal, die „Neue“ oder „intellektuelle Rechte“ pauschal vom Rechtsextremismusverdacht freizusprechen. Denn es handelt sich um ein ganz uneinheitliches Netzwerk. In der Forschung wird von einer Scharnierfunktion gesprochen: Die „Neue Rechte“ erstreckt sich von einem sich noch bürgerlich gebenden Konservatismus, etwa in den Reihen der Werteunion, bis in den offenen Rechtsextremismus. Gerade darauf zielt sie ab: Grenzen aufzuweichen und dadurch rechtsradikale Positionen immer normaler zu machen.

Schon in der Bonner Republik war die Strategie der extremen Rechten von einer Dreiteilung gekennzeichnet: Es ging um den Kampf um die Köpfe, die Straßen und die Parlamente. Kampf um die Straßen bedeutet gewalttätige Aktionen, rassistische Angriffe bis hin zum Rechtsterrorismus. Am bekanntesten ist hier wohl die Wehrsportgruppe Hoffmann, die in den 1970ern und 1980ern aktiv war und der sowohl das Oktoberfestattentat 1980 als auch der erste antisemitische Mord an einem Vertreter des Judentums nach 1945 zugeschrieben wird, ebenfalls 1980. Den Kampf in den Parlamenten begriff zunächst die NPD als ihre Aufgabe, später auch die Republikaner. Heute kann die AfD als parlamentarischer Arm der extremen Rechten verstanden werden. Der Kampf um die Köpfe erfolgte und erfolgt vor allem publizistisch: Über Zeitschriften, Verlage und Zeitungen. Auch das ist nichts Neues, aber mittlerweile sind diese Publikationen nicht mehr nur über Netzwerke und einschlägige Szeneläden zu beziehen, sondern auch über wenige Klicks online. Diese drei Arten des Aktivismus hängen zusammen, auch das kann man sehr gut an der AfD erkennen: Sie ist eine mittlerweile einflussreiche Partei, die auf parlamentarische Dynamiken einwirkt und sie verändert, und sie hat sowohl Verbindungen nach Schnellroda (bspw. finden sich, wie schon länger journalistisch dokumentiert wird, bei den jährlichen Sommerfesten und Netzwerktreffen regelmäßig AfD-Funktionäre ein) und in die intellektuelle Rechte als auch in den organisierten Rechtsterrorismus (bspw. Sächsische Separatisten).

Wenn wir hier also von einer „Neuen“ oder „intellektuellen Rechten“ sprechen, dann meint das keine harmlosen Schöngeister, sondern ein heterogenes Netzwerk, das unterschiedlich radikal auftritt und genau dadurch in die Breite wirkt und an verschiedene Gruppierungen anschlussfähig ist. Mit der zunehmenden Stärke der AfD wahrt die extreme Rechte intern eine Art Burgfrieden. Das heißt, dass man sich bei ideologischen Unterschieden darauf verständigt hat, diese Unterschiede erst einmal zurückzustellen und das günstige Gelegenheitsfenster zu nutzen, das die AfD bietet.

Kapitel 2: Extrem rechtes Publizieren: Klare Sache?

Die „Neue Rechte“ hat sich modernisiert, ihre Strategie aus Mimikry und Metapolitik macht es nicht immer leicht, die Inhalte auf Anhieb einzuordnen. In diesem Kompass wollen wir zeigen, wie man extrem rechtes Publizieren erkennen kann, nennen Beispiele und geben Hinweise. Allerdings gibt es keine simple Checkliste, weil das extrem rechte Publikationswesen sehr dynamisch ist. Man kommt nicht drumherum, sich selbst mit der Ideologie und den Codes zu befassen.

Extrem rechte Literaturpolitik und ihre Ziele

Für die extreme Rechte erfüllen Publikation und Literaturpolitik verschiedene Ziele:

Erstens wird, vor allem über Magazine wie die Sezession oder Tumult, über Verlage wie Antaios oder Jungeuropa und Zeitungen wie Junge Freiheit, ein unterschiedlich breites „eigenes“ Publikum adressiert. Rechtsoffen eingestellte Personen können dort inhaltliche und strategische Diskussionen lesen, einen bereits etablierten Kanon extrem rechter Belletristik und Sachbücher bestellen und sich entsprechend ihrer Weltsicht tagespolitische Ein-ordnungen abholen. Dabei zielen viele dieser rechtsintellektuellen Publikationen nicht auf die breite Masse, sondern wollen bewusst eine intellektuelle Elite ansprechen – also Personen in Machtfunktionen, in Justiz und Behörden oder innerhalb der Universitäten. Nicht zufällig gibt es dort deshalb viele Verbindungen, bspw. ins burschenschaftliche Milieu. Das Ziel ist ein ideologischer Landgewinn bei strategisch wichtigen Menschen, die dann in Parteien und staatlichen Institutionen diese Ideologie vorantreiben. Außerdem hat diese Art der Literaturpolitik viel mit Selbstvergewisserung zu tun: Die Rezipient*innen dieser Texte sehen sich als Teil einer intellektuellen Avantgarde, als vom Mainstream abweichende Intellektuelle.

Zweitens geht es dem extrem rechten Spektrum trotzdem auch um das Politisieren einer gesellschaftlichen Mehrheit. Publikationen und Verlage, die eher als „rechtspopulistisch“ eingeordnet werden, etwa das Compact Magazin, der Kopp Verlag oder das Nachrichtenportal nius, zielen auf eine breitere Öffentlichkeit. Sie schaffen es immer wieder, Hasskampagnen anzuzetteln und dabei gleichzeitig politische Inhalte sagbar zu machen, die wenige Jahre vorher noch gesellschaftlich tabu waren. Außerdem schaffen sie alternative Öffentlichkeiten, in denen tagespolitische Ereignisse ideologisch gedeutet werden und die verschiedenen Medien aufeinander verweisen. Dabei werden mit Vorliebe Begriffe genutzt, die erst einmal einen positiven Klang haben: Magazine wie Apollo News oder eigentümlich frei behaupten zum Beispiel für sich, die Freiheit zu verteidigen. Gerade hier müssen wir hinterfragen, was sie damit genau meinen. Denn man kann Freiheit solidarisch und für alle Menschen wollen oder nur für sich selbst bzw. eine Gruppe, wie es diese rechtslibertären Plattformen tun.

Beim Adressieren sowohl der Eliten als auch der Bevölkerungsmehrheit geht es strategisch um die subtile und stückweise Normalisierung extrem rechter Inhalte – entsprechend dem, was wir oben schon als metapolitische Strategie vorgestellt haben. Wir wollen hier nicht darauf hinaus, dass es einmal eine bessere Zeit gab, in der alle furchtbar tolerant waren, und die extreme Rechte jetzt diese Errungenschaften rückgängig macht. Gesamtgesellschaftliche Diskurse sind komplexer. Manche Rechtslagen konnten wirklich verbessert werden. Die politische und kulturelle Öffentlichkeit ist diverser geworden. Diskussionen um die Schließung von Grenzen gab es auch in den 1980ern und 1990ern, etwa beim berüchtigten „Asylkompromiss“. Aber die extreme Rechte ist gut darin, gesellschaftliche Unzufriedenheit und Abwehrreaktionen auf Pluralisierung und Vielfalt zu adressieren und zu radikalisieren.

Zudem hat Literaturpolitik für die extreme Rechte eine wichtige verharmlosende Funktion. Viele Rechtsintellektuelle, darunter Figuren wie Ellen Kositza oder Susanne Dagen, lesen und rezensieren zeitgenössische Belletristik und interpretieren sie aus ihrer Weltsicht heraus. Das kann dazu führen, dass ein progressiver feministischer Roman essentialistisch als weibliche Perspektive gefeiert wird, dass kritischen Büchern über die extreme Rechte ein analytisches Potential zugestanden wird und zugänglichere Bücher, die dennoch einen über reine Unterhaltung hinausgehenden Anspruch haben (sog. Midcult-Literatur), pauschal abgewehrt werden. Es bedeutet aber auch, dass man nicht jeder Rezension sofort ansieht, wes Geistes Kind sie ist. So zeigte sich Ellen Kositza 2020 bspw. in einer ihrer regelmäßigen Rezensionen auf dem Onlineblog der Sezession begeistert von dem politisch bisher nicht mit rechten oder extrem rechten Aussagen aufgefallenen Autor Leif Rand. In anderen Formaten, etwa auf Youtube, wird sich bürgerlich-kulturbegeistert gegeben und regelmäßig über Bücher gesprochen. Es ist kein Zufall, dass Buchhändlerin Susanne Dagen, die die extrem rechte Seitenwechsel-Buchmesse in Halle im November 2025 maßgeblich mitorganisiert hat, solche literarischen Gesprächskreise mit Figuren aus Schnellroda betreibt. Auch dabei gibt es zwei Stoßrichtungen: Einerseits landen derartige extrem rechte Rezensionen in Suchmaschinen schnell mal ganz oben, wirken unverfänglich und ziehen politisch nicht ­sympathisierende Menschen, die sich für Kultur interessieren, in den ideolo­gischen Dunstkreis. Andererseits passt das Zelebrieren literarischer Hochkultur durch feingei­stige Gesprächskreise zum elitären Selbstbild der extremen Rechten, der es ja um eine Wiederbe­lebung und Rettung von Tradition und Kultur vor einem „bösen modernen Verfall“ geht. Wenn man dadurch auch noch harmlos und seriös wirkt, ­lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Kapitel 3: Woran erkennt man extrem rechte Inhalte und rechtes Verlegen?

Woran erkennt man nun extrem rechte Inhalte und Verlage? Leider ist an dieser Stelle ein Disclaimer erforderlich: Es reicht nicht, eine Liste mit Verlagslogos auswendig zu lernen, weil es stetig neue Verlage oder Umbenennungen gibt und viele Graubereiche. Extrem rechtes Verlegen aufdecken heißt, sich aktiv damit zu befassen. Deshalb wirst du in diesem Teil immer wieder mit Einschätzungsfragen konfrontiert, die du entweder nur für dich oder anonym für unsere Statistik beantworten kannst.

Wie schätzt du deine eigene Kompetenz ein, extrem rechte Verlage zu erkennen?
◯ Sehr sicher
◯ Relativ sicher
◯ Teils, teils
◯ Etwas unsicher
◯ Sehr unsicher

Versuch dir Namen extrem rechter Verlage und Medien ins Gedächtnis zu rufen, die du bereits kennst. Wie viele sind das?
◯ Mehr als 5
◯ Zwischen 2 und 4
◯ Einer oder zwei
◯ Auf Anhieb keine

Wenn du bereits rechte Verlage kennst – würdest du auf Anhieb auch ihre Logos erkennen, wenn nicht der Name dabei steht?
◯ Ja, bei allen, die ich kenne
◯ Ja, aber nur bei manchen
◯ Weiß ich nicht
◯ nein

Wüsstest du auf Anhieb, wo und wie du dir über einen bestimmten Verlag Informationen heraussuchen kannst, um ihn inhaltlich einzuordnen?
◯ Ja, das tue ich regelmäßig
◯ Ja, aber habe ich bisher noch nicht aktiv getan
◯ Nicht so wirklich
◯ Keine Ahnung

Die üblichen Verdächtigen: Namen und Bildsprache extrem rechter Verlage

Die einschlägigen Verlage wie Antaios, Jungeuropa, Ares oder Hydra (ein Comicbuchverlag) kann und sollte man sich merken, inklusive ihrer Unter-Editionen. Viele dieser Verlage haben gut wiedererkennbare Verlagslogos. Um sich über ihre inhaltliche Ausrichtung zu informieren, kann man sich Verfassungsschutzberichte durchlesen, sofern die Verlage als gesichert rechtsextrem oder als Verdachtsfälle eingestuft sind. Das apabiz in Berlin hat ebenfalls eine Broschüre dazu bereitgestellt, auch Portale wie belltower ordnen diese Medien ein. Es empfiehlt sich grundsätzlich immer, unbekannte Verlage zu googeln. Wenn es eine Forschungsdiskussion über ihre politische Ausrichtung gibt, steht dazu häufig etwas bei Wikipedia.

Was haben Namen wie Antaios, Ares und Hydra gemein? Sie beziehen sich auf die griechische und römische Sagenwelt. Extrem rechte Verlagsnamen sind oft sprechende Namen, die auch auf das Selbstverständnis hinweisen: Antaios entstammt der griechischen Mythenwelt und ist ein Riese, angeblich nur deshalb stark, weil er fest mit seinem Boden verwurzelt ist. Besiegt wurde er, als Herakles ihn aus dem Boden riss – das hat durchaus Blut-und-Boden-Anklänge. Ares ist der griechische Gott des Krieges, die Hydra ein Seeungeheuer. Bei Verlagen, die sich auf eine europäische Geistestradition berufen, sind Referenzen auf die christliche und römische Antike sehr häufig. Auch der Name „Jungeuropa“ ist ideologisch, damit wird kein pluralistisches Europa angerufen, sondern auf antike Hochkultur und Abgrenzung von bösen Barbaren Bezug genommen. Es geht dann eher um ein in unterschiedliche kulturelle Regionen unterteiltes Gebiet, das von äußeren Mächten wie dem Islam bedroht wird. Es kann erhellend sein, auch die Namen von Verlagen zu googeln. So hat der Wiener Castrum Verlag, der noch jung ist und in der Forschung daher bislang wenig beachtet wurde, der aber eine Zeit lang eng mit dem Tumult-Magazin kooperierte, mittlerweile ein eigenes Magazin namens Fiume. Auf seinem Instagram-Account preist der Verlag zudem gerne mal Gabriele d’Annunzio an. Der ist einer der bekanntesten italienischen Dichter und Autoren aus der Zeit des italienischen Faschismus und sympathisierte mit Mussolini. „fiume“ heißt auf Italienisch „Fluss“, war aber auch kurzzeitig der Name eines Freistaats in der Grenzregion zwischen Italien und Kroatien, wo unter d’Annunzio in der Anfangszeit des italienischen Faschismus nationalistische Vertreibungen stattfanden. Wenn man das nicht weiß, klingt der Name lediglich interessant und der dahinterstehende Verlag kann sich auf genau diese Uneindeutigkeit zurückziehen, er preist ja nicht offen den italienischen Faschismus an. Solche Uneindeutigkeiten machen es absichtlich schwierig, klar zu belegen, dass ein Verlag aus juristischer Perspektive „rechtsextrem“ ist. Dahinter steht die Strategie des „Dogwhistling“ (Hundepfeifen-Politik): Wer die Codes kennt, versteht. Wer sie nicht kennt, hält die Verlage eventuell für harmlos. Juristisch ist dem nicht wirklich beizukommen, solange keine explizit volksverhetz­enden oder menschenverachtenden Dinge ausformuliert werden.

Das elitäre Selbstverständnis und die Betonung einer jahrtausendealten westlichen Tradition zeigt sich auch in der Bildsprache der Verlage. Auf den Buchcovern findet man häufig Schwarz-Weiß-Fotos von Denk-mälern oder Bilder, bei denen Worte wie „episch“ oder „monumental“ in den Sinn kommen. Oder Kunst-werke aus der deutschen Romantik, die auch ideologisch einige Überschneidungen mit gegenwärtigen extrem rechten Ideen hat. Auch klassische antike Motive werden gern genutzt. All das verweist auf die Idee einer „deutschen“ und „abendländischen“ Kultur und Identität. Zugleich zeigt es, dass Bildsprache und Ästhetik gegenwärtig wie historisch für die extreme Rechte sehr wichtig sind, um Menschen zu erreichen. Deshalb sollte man nicht den Fehler machen, zu denken, diese Verlage seien grundsätzlich als altbacken erkennbar: Popkulturelle Anspielungen sind gerade für die sogenannten „Identitären“ an der Tagesordnung.

Traust du dir auf Anhieb zu, extrem rechte Bildsprache zu erkennen?
◯ Ja, sehr sicher
◯ Eventuell
◯ Weiß ich nicht
◯ Eher nicht
◯ Sehr unwahrscheinlich

Um ein Gespür für die Ästhetik dieser Verlage zu bekommen, kann es sinnvoll sein, sich auf ihren Internetseiten und Social Media-Profilen umzusehen. Manche Verlage unterlegen ihre Bilder auf Instagram mit Zitaten oder gedenken bestimmter Autoren. Wenn man die dann googelt, stößt man schneller als gedacht auf antidemokratische Traditionslinien. Ein weiterer (aber definitiv nicht sicherer!) Hinweis auf eine mögliche extrem rechte Ausrichtung kann die Verwendung alter Rechtschreibung sein. Gerade die Publikationen aus Schnellroda verzichten auf die letzte Rechtschreibreform.

Hast du das Gefühl, nun besser zu wissen, wie du extrem rechte Verlage erkennen kannst?

Arbeitsauftrag: Suche im Internet nach folgenden Verlagen: Manuscriptum, Ahriman, Renovamen, Lesen & Schenken GmbH. Notiere dir mögliche Auffälligkeiten: Würdest du sie als problematisch einstufen? All diese Verlage werden von der Forschung einer radikalen Rechten zugeordnet. Hättest du das auf Anhieb und ohne Recherche erkannt?

Kapitel 4: Das Problem ist leider größer

Wie du vermutlich gemerkt hast, ist es aufgrund der Selbstverharmlosung und Metapolitik der intellektuellen Rechten oft schwierig, ohne vorherige Recherche extrem rechte Verlage sofort einzuordnen. Hier können Listen und Übersichten zumindest helfen. Was ist aber mit rechtspopulistischen, antidemokratischen oder antiliberalen Inhalten, die es in größere Publikumsverlage schaffen?

Reflexionsfragen:

Wo ziehst du für dich die Grenze? Ab wann wäre dir ein rechter Inhalt „zu weit rechts“?

Wenn du Buchhändler*in bist: Ab wann würdest du ein Buch nicht mehr verkaufen wollen? Wie rechts müsste es dafür sein?

(Extrem) rechtes Publizieren und warum es leider gar nicht so leicht ist, eine Grenze zu ziehen

Würdest du Verlage wie die Deutsche Verlagsanstalt (DVA), Rowohlt oder Ullstein mit extrem rechter Literatur in Verbindung bringen? Vermutlich nicht, und schon gar nicht pauschal. Auch die Forschung würde diese Verlage nie als rechtsextrem einstufen, sie haben ein sehr vielfältiges Programm. Dennoch ist die DVA der Verlag, in dem Thilo Sarrazins berühmtes „Deutschland schafft sich ab“ publiziert wurde. Im Ullstein Verlag gab es um 1985 eine Allianz mit Langen Müller und es wurde eine vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtete radikal rechte Schriftenreihe publiziert, was intern zu so starken Diskussionen führte, dass es auch zu Kündigungen von Mitarbeitenden kam. Und Rowohlt ist der Verlag, der seit den 1930ern die Bücher von Ernst von Salomon herausbringt, manche bis heute – einem Autor, der in der Weimarer Republik planerisch an der Ermordung von Walther Rathenau beteiligt war und in den 1950ern mit seinem Roman „Der Fragebogen“ für seine Kritik an der alliierten Entnazifizierungspolitik gefeiert wurde.

Was diese drei Beispiele gemeinsam haben: Man kann nicht einfach einen Schnitt machen, bestimmte Verlage als extrem rechts ausklammern und denken, damit wäre das Problem erledigt. Eine intellektuelle Rechte, der es um Normalisierung geht, versucht natürlich immer wieder, in großen Publikumsverlagen und rechtskonservativen, aber nicht ausschließlich extrem rechten Verlagen Fuß zu fassen. Allein schon, weil man darüber mehr Menschen erreicht. Und viele Publikumsverlage möchten eine Perspektivenvielfalt bieten. Dass das dann durchaus auch antiliberale und/oder rechtsoffene Schriften umfasst, kann verschiedene Gründe von Unwissen bis Absicht haben. Auch wenn wir die Verlagslandschaft oft als eher progressiv wahrnehmen: Wenn ein knappes Drittel der Gesellschaft eine extrem rechte Partei wählbar findet und Intellektuelle aus dem Umfeld dieser Partei bewusst auf gesellschaftliche Eliten zielen, wird es auch in großen Publikumsverlagen Menschen geben, die die ideologischen Inhalte teilen.

Deshalb kommen wir nicht drumherum, über die Codes rechtsintellektueller Erzählungen Bescheid zu wissen und sie uns anzueignen, um im Zweifel solche Inhalte zu erkennen. Dafür gibt es keine klare Liste zum Abhaken. Außerdem spielt auch eine Rolle, wo du für dich konkret eine Grenze ziehst: Ist für dich ein Verlag erst dann problematisch, wenn der Verfassungsschutz ihn als rechtsextremistisch einstuft, oder willst du persönlich auch mit der „Grauzone“ nichts zu tun haben? Da geht es um Inhalte, die zwar von der Forschung als rechtspopulistisch bis extrem rechts betrachtet, aber nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden, sie sind oft weniger deutlich formuliert als Texte aus klar extrem rechten Verlagen, können aber dennoch Teil einer gesellschaftlichen Diskursverschiebung sein.

Darum ist es wichtig, das eigene Gespür so zu schulen, dass du aufmerksam wirst und ein Bauchgefühl entwickelst. Dies solltest du durch Recherche trainieren und überprüfen, um dich selbst zu befähigen, ein konkretes Buch einzuordnen.

Mögliche „Alarmsignale“: Begriffe, Erzählungen und Codes, die auf rechtspopulistische bis extrem rechte Inhalte schließen lassen können (nicht müssen)

Hier wollen wir ein paar Codes und Selbsterzählungen aufführen, die in der extremen Rechten beliebt sind. Da es Teil von Metapolitik und Diskursverschiebung ist, sogenannte „Brückennarrative“ zu bedienen, um in die Breite zu wirken, heißt das nicht unbedingt, dass jede Person, die eine entsprechende Aussage tätigt, extrem rechts ist. Es sollte dich auch nicht erschrecken, wenn du an bestimmten Punkten überlegst, was genau an dieser oder jener Position so schlimm ist. Oft geht es um den Grad, die Radikalität und die Schlussfolgerungen aus Aussagen, die nicht von Grund auf daneben sein müssen. Verabschiede dich auch von der Vorstellung, dass extrem rechte Ideologie immer in sich logisch auftritt. Ganz im Gegenteil: Sichtbar widersprüchliche Narrative können nebeneinander stehen, weil sich so unterschiedliche Zielgruppen ansprechen lassen.

Antiqueere und antifeministische Narrative

Queerfeindlichkeit ist für die extreme Rechte ein großes und beliebtes Spielfeld. Ein Buch beschwert sich über Gender-Ideologie, Geschlechterpropaganda und Frühsexualisierung oder verlangt, dass Leute ihre Queerness gefälligst privat halten? Das Selbstbestimmungsgesetz gehört abgeschafft, trans Personen sind „unnatürlich“? Die Idee von natur-gegebener Zweigeschlechtlichkeit, das Bild der traditionellen Kleinfamilie mit klarer Rollenverteilung, die durch Queerness oder alleinerziehende Frauen oder kinderlose Frauen mit Katzen bedroht ist, das ist ein Kern extrem rechter Erzählungen. Aber eben nicht nur dieser: Queerfeindlichkeit und Antifeminismus stellen mit die erfolgreichsten Brücken-Ideologien dar. Auch transfeindliche selbsterklärte Feministinnen können Teile davon unterschreiben, und manche christlichen FundamentalistInnen docken mit ihren Anti-Abtreibungs-Diskursen an.

Meinungsdiktatur versus Meinungsfreiheit und das von der Elite verratene Volk

Freiheit war schon immer ein umstrittener Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen. In der extremen Rechten und in rechtspopulistischen Diskursen wird der Begriff zunehmend verwendet und mag erst mal harmlos klingen: Persönliche Freiheit und Meinungsfreiheit sind doch eigentlich etwas Gutes. Und ja, das stimmt natürlich. Nur meint „Meinungsfreiheit“ in der extremen Rechten eher „alles, auch Diskriminierendes, sagen dürfen, ohne dafür Gegenrede zu erhalten“ und unterstellt die Dominanz angeblicher Minderheitsmeinungen, die dieses „Recht“ beschneiden wollen. Das ist ein weiterer Angriff auf die liberale und repräsentative Bundesrepublik, denn bei der Gründung wurde im Grundgesetz eben nicht nur festgelegt, dass bloße Mehrheiten entscheiden, sondern dass Minderheiten auf Schutz angewiesen sind. Diesen Schutz zu garantieren hat mit einer angeblichen Diktatur von Minderheiten nichts zu tun. Meist ist diese Behauptung der (extremen) Rechten deshalb verbunden mit Antipluralismus und der Abwehr von Kritik und Teilhabeforderungen.

Häufig spielt in diesen Erzählungen die Behauptung einer linken Meinungsdiktatur, linksgrünen Mediendominanz o.Ä. eine Rolle, obwohl sich dies keineswegs statistisch belegen lässt. Hier kommen dann auch Erzählungen von einer Elite („die da oben“) und Berufspolitiker*innen hinein, die über all die linken Identitätsfragen angeblich kein Interesse mehr am „einfachen Volk“ haben, das doch wohl noch dies und jenes wird sagen dürfen. Auch dabei gilt: Diese Erzählungen finden gesamtgesellschaftlich Anklang, weil sie in eine konservative Dekadenzerzählung hineinspielen. Das meint u.a. die Behauptung, dass früher alles besser war, dass die Gesellschaft den Bach runtergeht – und zwar vor allem durch kulturellen Verfall. Sogar Kritik am Neoliberalismus oder an gesellschaftlicher Ungleichheit kann ein Stück weit ähnlich klingen. Der Unterschied ist die Stoßrichtung: (Extrem) rechte Kulturkritik und Kulturpessimismus geben gesellschaftlichem Liberalismus und Individua-lismus die Schuld. Die Lösung sehen sie in autoritärer Politik mit klaren Zugehörigkeiten, in Abschottung und in der Behauptung einer angeblichen Natürlichkeit, die angeblich durch Minderheiten bedroht sei.

Antisemitismus, Verschwörungserzählungen und Querfront

Spätestens seit Corona ist der Begriff der „Querfront“ bekannter geworden. Gemeint ist, dass plötzlich breite Spektren von Menschen zusammenkommen, die man politisch eigentlich nicht – etwa auf der gleichen Demo – im Bunde miteinander anzutreffen erwartet. Sei es gegen eine angeblich erfundene Pandemie, gegen die NATO o.Ä. Hier ist wichtig, dass die Frage, was genau eigentlich links und rechts ist, in der Bewertung solcher Gruppen oft unterschiedlich verstanden wird. In der Forschung gibt es die Minimaldefinition, nach der linkes Denken grundsätzlich nach Gleichheit und gesellschaftlicher Emanzipation strebt. Rechtes Denken hingegen ist von Ungleichheitsannahmen gekennzeichnet und rechtfertigt darüber Hierarchien. „Minimaldefinition“ heißt es, weil demnach konser-vative und extrem rechte Positionen beide rechts sind, obwohl sie nicht gleich problematisch, nicht gleich demokratiefeindlich sind. Und manche Menschen, die die Linkspartei oder das Bündnis Sahra Wagenknecht wählen und sich selbst vielleicht als links verstehen, dabei aber antisemitische, rassistische, nationalistische oder sexistische Positionen vertreten und dies als Teil ihrer Ideologie begreifen, wären nicht unbedingt als links einzuordnen. Was aber Menschen auf solchen „Querdenker“-Demos oft verbindet, sind polarisierende Verschwörungserzählungen, gern mit Antisemitismus verbunden.

Wenn in einem Buch von „Strippenziehern“ die Rede ist, die bestimmte globale Prozesse kontrollieren, wenn bestimmte gesellschaftliche Gruppen – etwa Intellektuelle, zivilgesellschaftliche Organisationen, Feminist*innen oder Linke – als Feinde eines homogenen Kollektivs markiert und für alles verantwortlich gemacht werden, dann handelt es sich zumindest um eine stark unterkomplexe Realitätsverzerrung, die zudem ein Einfallstor für die extreme Rechte bildet. Mögliche Codes für antisemitische Erzählungen sind bspw. der Verweis auf eine „Ostküste“ (was auf die US-amerikanischen Bankenmetropolen an der Ostküste anspielt, die in solchen Narrativen oft als jüdisch kontrolliert dargestellt werden), eine „Goldene Internationale“, das „Finanzjudentum“, die „inter-
nationale Hochfinanz“ (d.h. eine finanzstarke internationale Weltverschwörung), ein „Zionist Occupied Government (ZOG)“, der „Deep State“ (eine Verschwörungserzählung, wonach ­angebliche Eliten heimlich einen Staat im Staat bilden und die gewählten Regierungen wie ­Marionettenspieler steuern) sowie Verweise auf die ­Familie ­Rothschild und/oder George Soros. Auch das Motiv der ­Krake, die mit ihren Fangarmen die Welt umspannt, ist ein altes antisemitisches Bild. Skepsis geboten ist auch bei Ausführungen, wonach „die Mächtigen“ ­bestimmte politische Ereignisse, Naturkatastrophen oder die Corona-Pandemie „geplant“ hätten.

Der Islam als Feindbild – Islamismus als Vorbild?

Ein Beispiel für die Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Narrative ist „der Islam“. Antimuslimischer Rassismus ist ein fester Bestandteil extrem rechter Ideologie. Pauschale Vorurteile gegenüber Muslim*innen gehören zum Standardrepertoire. Dabei sind meist nicht alle Muslim*innen gemeint: Häufig richtet sich das Feindbild vor allem gegen Menschen, die als arabisch wahrgenommen werden – nicht gegen indonesisch- oder indischstämmige Muslim*innen. Umso auffälliger ist: Der politische Islamismus übt auf Teile der extremen Rechten eine Faszination aus. Was gar nicht so verwunderlich ist, beide Ideologien haben einige Gemeinsamkeiten: etwa Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Antiliberalismus. So gibt es immer wieder Identitäre, die sich positiv über die Taliban auslassen, oder AfD-Bundestagsmitarbeitende, die diese direkt besuchen und von ihrer Gesellschaftsordnung schwärmen. Islamfeindlichkeit, die sich gegen Muslim*innen in Deutschland richtet, und Sympathie für Islamismus, der sich oft genug gegen Minderheiten und politisch andersdenkende Muslim*innen richtet, schließen sich in der extremen Rechten nicht aus. Auch hier knüpfen Ideen von gesellschaftlicher Ordnung, Tradition und Hierarchien an gesamtgesellschaftlich verbreitete Vorstellungen und Vorurteile an.

Wurzeln, Tradition und Common Sense

Extrem rechtes Denken ist aufs Kollektiv ausgerichtet, das Individuum muss im Zweifel zurückstecken. Beschworen wird eine recht homogene Gemeinschaft, die alte Wurzeln hat und die auch in Zukunft noch existieren soll – und die Verantwortung für den Fortbestand dieser Gemeinschaft haben alle Menschen, die ihr zugerechnet werden. Deshalb liegt der Fokus so sehr auf Geburtenraten und der Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen „deutscher“ Frauen. Deshalb spielen Verweise auf die Wurzeln der Kultur und auf Tradition eine so große Rolle. Kultur wird in diesem Zusammenhang nicht als etwas verstanden, was sich immer wieder verändert und neu verhandelt wird, sondern als etwas „natürlich“ Gewachsenes. Angeblich ist das unpolitisch, weil man nur auf „natürliche“ Gegebenheiten verweist – etwas, das schon immer so war, früher mal so war oder wieder so werden muss, damit die homogene, von außen und innen bedrohte Gesellschaft langfristig überlebensfähig ist. Wenn Bücher oder Autor*innen behaupten, dass sie ja nur das aussprächen, was eine Mehrheit denkt, dass etwas schon immer so war, dass es gar nicht begründungsbedürftig sei, dann müssen sie nicht extrem rechts sein. Es kann aber eine extrem rechte Agenda dahinterstehen.

Konkrete Tipps zum Umgang mit der „Grauzone“: Was man tun kann

An all diesen Themen zeigt sich auch die Schwierigkeit, einen klaren Cut zu machen, ab wann etwas problematisch ist. Pluralismus, auch Meinungspluralismus, gehört zur Demokratie und ist gut. Allerdings gehört dazu auch die Frage, wie ernst es das Gegenüber mit Meinungsfreiheit, Meinungspluralismus und Akzeptanz meint, sobald es um Andere geht.

Die extreme Rechte hat kein Interesse an inhaltlichen Diskussionen oder an sachlichen Gegenbelegen oder daran, etwas dazuzulernen. Es geht ihr um Diskurshoheit und die Dominanz des Diskurses. Wenn dir jemand mit den hier angerissenen Positionen gegenübertritt und einseitig Toleranz und Zuhören fordert, ohne auf Gegenargumente überhaupt einzugehen, solltest du hellhörig werden und mindestens nachhaken, worum es der Person wirklich geht. Im Fall von Büchern heißt das auch: Überleg dir, ob du solche Inhalte lesen, bewerben oder verbreiten möchtest.

Deshalb zum Schluss noch ein paar konkrete Tipps zum Umgang mit dem Graubereich und Inhalten, die dir ein komisches Bauchgefühl verursachen:

Rechtskonservative und populistische Bücher mal aus der Bibliothek ausleihen und selbst reinlesen, um die Erzählungen zu kennen. Vergleiche diese Bücher inhaltlich mit denen, die bei den bekannten extrem rechten Verlagen erscheinen: Wo ähneln sich Narrative? Wo gibt es Unterschiede, wo Überschneidungen?

Lieber einmal mehr recherchieren als einmal weniger: Wer sind die Autor*innen? Was ist im Verlag sonst so erschienen? Gibt es bereits seriöse Rezensionen dazu? Findest du Interviews mit den Autor*innen, haben sie ggf. rechtspopulistische Erklärungen oder Manifeste unterzeichnet?

Dir selbst bewusst machen, wo deine Grenzen sind: Wie viel Polemik ist für dich noch im Rahmen einer demokratischen Diskussion? Wo ziehst du die Grenze? Ändert sich das über die Zeit? Unterscheidet es sich je nach Thema?

Immer wieder kritisch hinterfragen: Wir sind alle nur Menschen und übersehen Dinge. Und die extreme Rechte versucht auch progressive und linke Leute anzusprechen, indem sie Gemeinsamkeiten und Einfallstore sucht.

Mit Kolleg*innen austauschen: Was denken sie bei einem bestimmten Buch, AutorIn oder Verlag? Haben sie hier vielleicht schon einmal Erfahrungen gemacht?

An den Verlag selbst wenden, wenn es ein Publikumsverlag ist, zumal wenn du als BuchhändlerIn ggf. sowieso Kontakt hast.

Fazit

Wie du vermutlich gemerkt hast, ist das Erkennen extrem rechter und antidemokratischer Inhalte nicht immer simpel. Du wirst nicht drumherum kommen, dich aktiv damit zu befassen. Mach dir klar, dass die Verlagsbranche kein unpolitischer Ort ist. Die extreme Rechte bewegt sich dort ganz bewusst und will auch dadurch Diskurshoheit erlangen und ihre Erzählungen verbreiten. Diese Menschen sind nicht dumm, und man kann ihnen ihre Ideologie nicht immer von der Stirn ablesen. Sie können freundlich und zugewandt auftreten, etwas polemisch vielleicht. Aber in einer gesellschaftlichen Situation, in der eine extrem rechte Partei immer weiter an Zustimmung gewinnt und je nach Region von einem Drittel bis der Hälfte der Wähler*innen gewählt wird, musst du davon ausgehen, dass ihre Sympathisant*innen auch in deiner Buchhandlung einkaufen, auf deinen Verlag zukommen, um ein Buch zu veröffentlichen, oder bei dir Werbung für eine Veranstaltung aushängen möchten. Zugleich kann die Lösung auch nicht in einem einfachen Boykottaufruf oder Verbot von bisher nicht rechtswidrig agierenden Verlagen liegen, denn die breite Meinungsfreiheit ist eine wichtige Errungenschaft, und die jeweiligen Inhalte werden nicht ausschließlich in eindeutig rechtsextremen Verlagen publiziert.

Es ist also an der pluralistischen und demokratischen Zivilgesellschaft, wehrhaft zu werden, diese Erzählungen zu erkennen und solchen Inhalten keinen Raum zu geben. Dabei ist es nützlich, etwas über typische Signale extrem rechter Gesinnungen zu wissen. Und es ist immer notwendig, eigene Grenzen zu stecken, was man selbst noch in Ordnung ­findet und was nicht mehr, selbst wenn es von der ­Meinungsfreiheit gedeckt ist. Denn Meinungsfreiheit heißt nicht Widerspruchsfreiheit – und um widersprechen zu können, muss man die Strategie hinter der sogenannten „neurechten“ Metapolitik begreifen und erkennen. Wir hoffen, dass dieser kleine Kompass dabei hilft.

Literaturhinweise und Lektüretipps

Amlinger, Carolin und Oliver Nachtwey (2023): Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus, Berlin: Suhrkamp Verlag.

Apabiz (2025): Extrem rechte Publizistik. Eine Übersicht. 

Biebricher, Thomas (2023): Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus, Berlin: Suhrkamp.

Bruns, Julian / Glösel, Kathrin / Strobl, Natascha (2018): Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa, Münster: Unrast Verlag.

Butter, Michael (2018): Nichts ist, wie es scheint. Über Verschwörungstheorien, Berlin: Suhrkamp Verlag.

Burschel, Friedrich (Hg.) (2020): Das faschistische Jahrhundert. Neurechte Diskurse zu Abendland, Identität, Europa und Neoliberalismus. Berlin: Verbrecher Verlag.

Fücks, Ralf und Becker, Christoph (Hg.): Das alte Denken der Neuen Rechten. Die langen Linien der antiliberalen Revolte, Frankfurt (Main): Wochenschau Verlag, oder online auf www.gegneranalyse.de 

Goetz, Judith / Sedlacek, Joseph Maria / Winkler, Alexander (Hg.) (2018): Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ›Identitären‹, Hamburg: Marta Press.

Grimm, Marc (2018): Rechtsextremismus – Zur Genese und Durchsetzung eines Konzepts. Weinheim: Beltz Juventa.

Hoffmann, Thorsten, Kevin Kempke und Nicolai Busch (Hg.) (2025): Neurechte Literatur und Literaturpolitik, Deutsche Vierteljahrsschrif t für Literaturwissenschaf t und Geistesgeschichte, 98 (4). 

Nocun, Katharina und Lamberty, Pia (2021): Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen, Köln: Bastei Lübbe.

Pfahl-Traughber, Armin (2019): Der Extremismus der Neuen Rechten. Eine Analyse zu Diskursthemen und Positionen. Wiesbaden: Springer VS.

Quent, Matthias (2019): Deutschland rechts außen. Wie die Rechten nach der Macht greifen und wie wir sie stoppen können, München: Piper Verlag.

Salzborn, Samuel (2017): Angriff der Antidemokraten. Die völkische Rebellion der Neuen Rechten. Weinheim: Beltz Juventa.

Salzborn, Samuel (2020): Rechtsextremismus. Erscheinungsformen und Erklärungsansätze, Baden-Baden: Nomos Verlag.

Schilk, Felix (2024): Die Erzählgemeinschaft der Neuen Rechten: Zur politischen Soziologie konservativer Krisennarrative, Bielefeld: transcript.

Speit, Andreas (Hg.): Das Netzwerk der Identitären. Ideologie und Aktionen der Neuen Rechten. Berlin: Ch Links Verlag.

Strobl, Natascha (2021): Radikalisierter Konservatismus: Eine Analyse. Berlin: Suhrkamp.

Tändler, Maik (2025): Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik, Göttingen: Wallstein Verlag.

Veiglhuber, Wolfgang et al. (2022): Wagenknecht – nationale Sitten & Schicksalsgemeinschaft, Hamburg: Argument Verlag.

Virchow, Fabian et al. (2016) (Hg.): Handbuch Rechtsextremismus, Wiesbaden: Springer VS.

Weber, Klaus (2022): Sloterdijk – aristokratisches Mittelmaß & zynische Dekadenz, Hamburg: Argument Verlag.

Weiß, Volker (2017): Die autoritäre Revolte. Die neue Rechte und der Untergang des Abendlandes. Stuttgart: Klett-Cotta.

Weiß, Volker (2025): Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört, Stuttgart: Klett-Cotta.

Wolkenstein, Fabio (2022): Die dunkle Seite der Christdemokratie: Geschichte einer autoritären Versuchung. München: C.H Beck.

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© 2026 Verlage gegen Rechts
Dieser Kompass ist ein Kollektivprodukt des Bündnisses Verlage gegen Rechts.

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Verfasserin: Laila Riedmiller
Redaktion und Lektorat: Else Laudan, Marie Gründer und Zina Rupp

Stand: 1.6.2026