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„Der Zusammenhang zwischen Rassismus uns Klassismus zeigt sich in Deutschland im letzten Jahrzehnt besonders im Umgang mit der migrantischen Bevölkerung, die euphemistisch als Gastarbeiter*innen bezeichnet wurden. Im Zuge dessen ist der – von ihren Geschwistern posthum veröffentlichten – Gedichtsband Mein Name ist Ausländer zu nennen. Hier macht die türkische Lyrikerin und Aktivistin Semra Ertan durch einen eindrucksvollen lyrischen Duktus die vermeintliche Neutralität der deutschen Gesellschaft zunichte.“

Hannah W.

In ihren Gedichten schildert Semra Ertan ihr Leben und ihre Erfahrungen in Deutschland. Bis heute steht sie für Generationen von Menschen, die immer noch unsichtbar sind und nicht gehört werden. Es geht um Leid, Wut sowie um Liebe, Hoffnung und Freundschaft, gesellschaftliche Gleichberechtigung, Mut zu Widerstand und ein menschlicheres Mit- und Füreinander. Semra Ertan, geboren 1957 in Mersin/Türkei, zog 1972 zu ihren Eltern, die in der Bundesrepublik Deutschland als Arbeitsmigrant*innen lebten. Sie arbeitete als technische Bauzeichnerin, Schriftstellerin und Dolmetscherin und schrieb über 350 Gedichte und einige Satiren. 1982 verbrannte sie sich in Hamburg aus Protest gegen den anhaltenden Rassismus in Deutschland.

Semra Ertan
Mein Name ist Ausländer | Benim Adım Yabancı
Semra Ertan, Zühal Bilir-Meier, Cana Bilir-Meier
edition assemblange 2023
240 Seiten, 22€
ISBN: 978-3-96042-095-8 / 2-151