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Sorgearbeit: Altersbilder, Beziehungen und Zeitpolitik

Leipziger Buchmesse 2026
Forum Literaturlandschaft (Halle 4, C205)

Pflegealltag erzählen: Alter(n), Pflegearbeit, Beziehungen und die Frage nach Zeit, Macht und Würde

Wie erzählen wir in unserer alternden Gesellschaft vom Altwerden, von Sorgearbeit und von Beziehungen, die im Pflegealltag entstehen? Sorgearbeit ist ein zutiefst politisches Thema und wirft immer wieder Fragen auf, wer wie viel Zeit wofür (nicht) zur Verfügung hat und wie wir Verantwortung und Macht verteilen. Welche Rolle spielen Klasse, Migration und Sprache dabei – in Literatur und Praxis? Welche Altersbilder prägen uns und unter welchen konkreten Bedingungen wird Pflege geleistet?

In Lara M. Gahlows Erzählung Vorwiegend festkochend begleitet Minna mit 92 Jahren ihren Alltag zwischen Einkaufsliste, Kartoffeln und einer Pflegerin, die wirklich zuhört. In Unter Dojczen von Mia Raben steht Jola im Zentrum, eine polnische Pflegekraft, die nach Erschöpfung wieder einen neuen Einsatz in Hamburg annimmt. Zwei Perspektiven, die zusammen ein ehrliches Bild von Care, Nähe und Würde zeichnen und gleichzeitig fragen, wie wir Pflegearbeit gesellschaftlich anerkennen. Neben der literarischen Sichtbarkeit interessieren uns aber auch die ganz konkreten Arbeitsbedingungen und Erfahrungsräume des pflegerischen Alltags. Was braucht es, damit Sorgearbeit unter menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen gelingen kann?