Die mit dem Ost-West-Überblick …
Leipziger Buchmesse 2026
Forum Offene Gesellschaft (Halle 5, K500)
Mit Eva-Maria Siegel, Jule Nagel und Lukas Meisner
Moderation: Mario Pschera35 Jahre Ost-West-Differenz – Zeit für Wege zu gemeinsamer Theorie und Praxis
35 Jahre und kein Ende der Ost-West-Differenz: Die einen sprechen immer noch von der feindlichen Übernahme der DDR, die anderen vom Sieg der Freiheit. Das Feld der Geschichtsvermittlung ist hart umkämpft, zwischen unbedingter Ablehnung und unbedingter Gegenerzählung, Traditionalisten und Disruptiven haben es differenzierende Stimmen schwer durchzudringen, der komplexen Vergangenheit und einer nicht minder unübersichtlichen Gegenwart gerecht zu werden. Hatte die einstige PDS noch das Bedürfnis nach Selbstvergewisserung im Osten bedient (und dabei sich nur halbherzig der Aufarbeitung der dunklen Seite des Staatssozialismus gewidmet), machen sich nun die AfD und andere rechtsradikale Bewegungen die Sehnsucht nach einer besseren Vergangenheit zunutze, die gegen die Feinde Liberalismus, Individualismus, das Fremde in Stellung gebracht wird. Die bürgerliche Mitte ist im ererbten Antikommunismus gefangen, während die Linke sich in ideologischen Grabenkämpfen abnutzt. Welche Möglichkeiten gibt es, in politischer Theorie und Praxis zu einer gemeinsamen Sprache zu finden, die Erfahrungen und Haltungen in Ost und West einer Revision zu unterziehen und nutzbar zu machen?