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„Die Jugend ist schuld!“ - Warum polarisierte Debatten um Jugendkriminalität und Schuldzuweisungen an Jugendliche auch nicht weiterhelfen

Leipziger Buchmesse 2026
Forum Offene Gesellschaft (Halle 5, K500)

Podiumsgespräch mit Menschen aus Bildung und Forschung

In gegenwärtigen Diskussionen um gesellschaftliche Polarisierung wird insbesondere der Jugend häufig eine große Verantwortung zugeschrieben: Wahlweise sind es junge migrantische Männer, die als Unruhestifter und Störer eines friedlich (und weiß) imaginierten Stadtbildes gelten, mal liegt der Fokus auf extrem rechten Jugendlichen. Zwar ist Jugendkriminalität ein Thema, das einer breiten gesamtgesellschaftlichen Diskussion bedarf, aber fernab von -ismen und autoritärem Strafbedürfnis. Und vor allem: Jugendliche und jungen Erwachsene müssen in dieser Diskussion selbst zu Wort kommen können, da viel zu oft nur über sie und nicht mit ihnen gesprochen wird.

Auf dem Podium kommen Stimmen aus Bildung und Forschung zusammen, um über die strukturellen Ursachen und Bedingungen von Jugendkriminalität, die Grenzen polizeilicher Statistiken und rassifizierte Diskurse zu diskutieren und über konstruktive Alternativen zu aufgeheizten Schuldzuweisungen nachzudenken:

Gina Wollinger und Nicole Bögelein sind Kriminalsoziologinnen und Verfasserinnen des Buchs True Criminology. Mythen, Fakten, Hintergründe . Sie beleuchten das Thema Kriminalität aus wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und medialer Perspektive und hinterfragen populäre Mythen und Zerrbilder, die durch mediale Berichterstattung und den öffentlichen Diskurs entstanden sind. Dabei räumen sie mit vereinfachten Annahmen wie der vermeintlichen Zunahme von Gewalt- und Sexualdelikten oder der Vorstellung einer generell kriminelleren Jugend auf.

Der Verein related e.V.  hat seinen Sitz in Berlin Neukölln und bringt Lehrer*innen und Schüler*innen zusammen. Über Workshops und Fortbildungen soll für Bildungsungerechtigkeit sensibilisiert und über Schule in der Migrationsgesellschaft nachgedacht werden. Dabei ist ein zentrales Anliegen, den Perspektiven der Schüler*innen Raum zu geben. Für die Podiumsdiskussion wird ein Tandem aus dem Lehrer Tobias Nolte und einem\einer Schüler\in anreisen.

Die Moderatorin Nicole Schweiß ist Lehrerin für die Fächer Deutsch, Pädagogik, Darstellendes Spiel, Literatur und Kunst aus Köln und Multiplikatorin für diskriminierungskritische Bildungsarbeit. Sie betreibt den Podcast Kleine Pause. Begegnungen in der Teeküche.