Von der namenlosen Menge
„Entgegen der üblichen Erzählungen vom Aufstieg aus der unteren Klasse erzählt Olivier David die bittere Realität der Menschen, die unten bleiben. Im Erschreiben der eigenen Klassengeschichte, sucht er die Erzählungen, die von unten kommen festzuhalten und nach einer Erzählform, die den Leuten von unten dient. Nicht immer leicht zu lesen, aber dadurch umso lohnenswerter.“
Jenny
Buchbloggerin
@jennyrosalesen
Geschichten von der unteren Klasse, Literatur über soziale Herkunft – meist sind das Erzählungen von Aufbruch und Aufstieg. Olivier Davids Essays kreisen um diejenigen, die unten geblieben sind. Die, mit den schmerzenden Körpern, die Nachtarbeitenden, die Vergessenen – und um ihn selbst. Wie soll Geschichte weitergegeben werden, wenn es kein kollektives Gedächtnis armer Menschen gibt?
Olivier David beschäftigt sich anhand von Beobachtungen und Erfahrungen mit dem Einfluss von Klasse auf sein Leben – und die Leben derer, die er seine Leute nennt. In sprachgewaltigen, intimen, wütenden und dabei einfühlsamen Essays schreibt er über innere Migration, vom Fremdsein und einer blauen Angst. Und er ringt zugleich um eine Erzählweise, die den Geschichten von unten gerecht wird.
Von der namenlosen Menge
Olivier David
Haymon Verlag 2024
176 Seiten, 22,28 €
ISBN: 978-3-7099-8231-0