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Planet ohne Visum

„Der wahrscheinlich wichtigste Roman der französischen Exilliteratur. Ein unvergleichliches Zeitdokument, das nachhaltig im Kopf bleibt.“

Zina Rupp
Verlage gegen Rechts

Marseille 1942, einige Monate vor der endgültigen Besetzung der Freien Zone durch die Deutschen. Der Mittelmeerhafen quillt über von Menschen, die vor dem Krieg fliehen und auf die Überfahrt nach Amerika hoffen, in eine ungewisse Zukunft. Die Stadt ist wie eine Reuse, in der die Unerwünschten und vom Vichy-Regime Verfolgten zappeln und täglich versuchen, den Spitzeln und Denunzianten zu entkommen.

Die Schicksale der Romanfiguren sind auf verhängnisvolle Weise miteinander verstrickt: Flüchtlinge, Aktivisten der Résistance, Vertreter internationaler Hilfsorganisationen, Legionäre, Devisenschieber, Mitläufer aller Art. Zum Teil sind sie angelehnt an historische Figuren wie Victor Serge, Walter Benjamin und Varian Fry, der zahlreichen Verfolgten zur Ausreise verholfen hat – darunter Jean Malaquais selbst.

Planet ohne Visum
Jean Malaquais
Übs. Nadine Püschel
Edition Nautilus 2022
664 Seiten, 32€
ISBN 978-3-96054-294-0