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Himmel voller Schweigen

„Gern unterscheiden wir heute vermeintlich trennscharf zwischen Opfern und Tätern. Doch wie gerieten Menschen in den Strudel des nationalsozialistischen Vernichtungswahns? Die so einfühlsam wie bewegende Familiensaga von Julia Gilfert zeigt, wie die Generation ihrer Großeltern aus den unterschiedlichsten Gründen zu überzeugten Anhängern des Systems, zu zurückhaltenden Befürwortern oder aber auch zu dessen Verfolgten wurden.“

Dr. Petra Hausteinaus
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Deutschland 1933. Der junge Dirigent Walter hat in Rostock gerade sein erstes Engagement bekommen und plant seine große Liebe, die Sopranistin Luise, endlich zu sich zu holen. Seine Schwester Hedwig arbeitet unterdessen als Lehrerin in der Pfalz und denkt gar nicht daran, sich ernsthaft zu binden. Stattdessen pflegt sie die unterschiedlichsten Freundschaften – so auch zu dem Soldaten Armin, der ihrer Familie bald ein Dorn im Auge ist. Vier Leben, die sich kreuzen – und die sich auf folgenschwere Weise ineinander verflechten.

80 Jahre später: Eine junge Frau beginnt plötzlich von ihrem Großvater zu träumen – einem Mann, den sie nie kennengelernt hat und der in Erzählungen nicht vorkommt. Wie konnte ein Mensch derart sorgfältig aus dem Familiengedächtnis getilgt werden? Und vor allem: Warum?

Himmel voller Schweigen
Fragmente einer Familiengeschichte
Julia Gilfert
Ultraviolett Verlag 2022
296 Seiten, 18,80€
ISBN 978-3-96887-012-0