Zum Inhalt springen

Annas Spuren

„Man sagt, dass die Opfer der NS-»Euthanasie« zweimal getötet wurden: Erst brachte man sie um, dann verschwieg man ihr Schicksal. Sigrid Falkenstein hat dieses Schweigen gebrochen. Ihr Buch »Annas Spuren« ist nicht nur das Zeugnis einer akribischen Suche, sondern auch ein einfühlsamer Dialog, durch den auch wir ihrer Tante Anna Lehnkering ganz nah kommen. Annas Geschichte erinnert uns daran zu widersprechen, wenn Menschen nach ihrem vermeintlichen Nutzen beurteilt werden. Und sie macht deutlich, dass es nie zu spät ist, einen Menschen zurück in die Familie zu holen.“

Julia Gilfert
Autorin

In »Annas Spuren – Ein Opfer der NS-Euthanasie« erzählt Sigrid Falkenstein die Geschichte ihrer Tante Anna Lehnkering. Per Zufall stößt sie auf ein Familiengeheimnis: Anna war geistig behindert, 1940 wurde an ihr der »Gnadentod« in der Gaskammer von Grafeneck vollstreckt. Sie beginnt zu recherchieren - im Familiengedächtnis, in alten Fotos und Patientenakten - und rekonstruiert so Annas tragische Lebensgeschichte, um diese gemeinsam mit dem Psychiater Frank Schneider in einen größeren Kontext zu stellen. Über ihre persönliche Spurensuche hinaus thematisiert die Autorin den gesamtgesellschaftlichen Umgang mit Zwangssterilisation und »Euthanasie« von 1945 bis heute.

Annas Spuren
Ein Opfer der NS-Euthanasie
Sigrid Falkenstein
Langen Müller Verlag 2022
192 Seiten, 16€
ISBN 978-3-7844-3649-4